
Nein, das ist kein alter grauer Käse, es ist eine sehr dicke handgefilzte Platte mit Schere und Lochstanze bearbeitet!
Gestern hatte ich das Vergnügen im Düsseldorfer Atelier Filz-Woll-Lust bei Jeannette zu Gast zu sein: unter Anleitung von Sigrid Bannier haben wir Schmuck aus der Filzfläche gearbeitet. Den ganzen Morgen haben wir eine sehr dicke mehrfarbige Filzplatte hergestellt. Diese Platte mußte sehr fest gefilzt werden damit sie verarbeitet werden konnte.
Nach der Mittagspause dann der spannende Teil: da liegt die fertige Platte vor einem, man dreht und wendet sie, schaut, überlegt, und dann der erste beherzte Schnitt mit der Schere: jetzt gibt der Filz sein geheimes Innenleben frei, man sieht die einzelnen Farbschichten, die feine Maserung. Selbst als routinierte Filzerin ist das für mich ein aufregender Moment! Als erstes habe ich etwas aus der Platte geschnitten, ein Blatt, eine Schote: ein Schotenblatt. Der dicke Filz läßt sich nass noch in Form biegen, in die entstandene Mulde werde ich noch "Erbsen" aus grünem Halbedelstein befestigen und das Schotenblatt als Brosche nutzen:

Den Rest der Platte habe ich zu Armbändern verarbeitet. Die einzelnen Farbschichten wirken alleine schon so spektakulär das die Form ganz einfach sein kann, ganz schlicht, der Verschluß ist ein Knebel aus Bambus.


Natürlich warten jetzt noch die vielen gestanzten Kreise darauf verarbeitet zu werden...

Ein schönes und sonniges Pfingstfest wünsche ich euch!